Johannes Kepler,  1571-1630
Die Geometrie birgt zwei große Schätze:

der eine ist der Satz von Pythagoras,der andere der Goldene Schnitt.

Den ersten können wir mit einem Scheffel Gold vergleichen,

den zweiten können wir ein kostbares Juwel nennen.  

Ein denkwürdiger Satz.



Die Geometrie ist vor der Erschaffung der Dinge, gleich ewig wie der Geist Gottes selbst und hat in ihm die Urbilder für die Erschaffung der Welt geliefert. Der Mathematiker und Astronom Johannes Kepler beschäftigte sich eingehend mit den platonischen Körpern. Er versuchte mit Hilfe ihrer Beziehungen zueinander, die Größe, die Zahl und die Bewegung der Planetenbahnen zu ergründen. Die entscheidende Idee, dass die gegenseitigen Abstände der Planetenbahnen mit den In- und Umkugeln in Verbindung stehen könnten, nutzte Johannes Kepler 1596 in seinem Jugendwerk "Mysterium Cosmographicum" aus, um die Abstände der damals sechs bekannten Planeten des Sonnensystems zu erklären. Alle Planeten beschreiben danach Kreisbahnen auf Kugelschalen. Kepler legte die platonischen Körper so zwischen die Schalen, dass sie die Innenseite der Kugelschalen als Umkugel und deren Außenseite als Inkugel haben. Jeder platonische Körper besitzt eine Innenkugel, auf der die Mittelpunkte sämtlicher Flächen des Körpers liegen und eine Außenkugel, auf der sämtliche Körperecken liegen. Diese Eigenschaft nutzte er um die Abstände, der damals sechs bekannten Planeten des Sonnensystems zu erklären.    

Johannes Kepler  Daten
1571         27.12. Geburt in Weil der Stadt
1576                    Umzug nach Leonberg; Besuch der Lateinschule
1584 - 1589         Klosterschulen in Adelberg und Maulbronn
1589 - 1594         Studium der Philosophie und Theologie in Tübingen
1594 - 1600         Mathematiklehrer in Graz
1600 - 1601         Mitarbeiter Tycho Brahes in Prag
1601 - 1612         Kaiserlicher Mathematiker in Prag
1612 - 1626         Mathematiker der Stände von Oberösterreich / Linz
1628 - 1630         Im Dienst Wallensteins
1630         15.11. Gestorben in Regensburg
Neue Entdeckungen zu seinem Mysterium Cosmographicum
Als Anhänger der neuplatonischen Philosophie ist Kepler davon überzeugt, dass Gott die Welt nach harmonischen Prinzipien erschaffen hat. Dies kann der Mensch durch Anwendung geometrischer Regeln nachvollziehen.
Kepler erklärt jegliches Harmonieempfinden durch die Erregung von Urbildern in der menschlichen Seele.

Diese Urbilder sollen, gleich den Harmonien, aus Zahlenverhältnissen aufgebaut sein.

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© Wolfgang Ast